Biographie

“Ich merke langsam, was passiert ist. Ich lebe in geordneten Verhältnissen oder zumindest bin ich auf dem besten Weg dazu, meine Verhältnisse zu ordnen. Irgendwie hat das ja bestimmt auch was für sich, aber ich denke oft daran, wie es vorher war, als ich noch unterwegs war ...”

Reinhold Ziegler
Von einem Traum zum anderen,
1982

MeinLeben

In aller Kürze:

  • Geboren 1955 in Erlangen
  • 1961 - 1974:Grundschule, Gymnasium, Fachoberschule
  • 1975 - 1976: Ersatzdienst in Bayreuth und Karlsruhe
  • 1976: Praktikum in Berlin
  • 1976 - 1980: Maschinenbaustudium FH Karlsruhe
  • 1981: Erste Amerikareise
  • 1983 - 1986 Volontär und Redakteur bei der Motor Presse Stuttgart
  • 1986: Zweite Amerikareise
  • 1986 - 1996: Fester Freier der Oldtimer-Zeitschrift Motor Klassik
  • Seit 1996 Arbeit als Freier Schriftsteller
     

Und etwas ausführlicher ...

Die Kinderjahre: Geboren 1955 in Erlangen als einziger Junge zwischen drei selbstbewussten Schwestern. Mein Vater war Atomphysiker, meine Mutter Hausfrau und Ärztin. Ich selbst wollte Papst werden. Zeugnisbemerkung 4. Klasse: “Die Mitarbeit des überaus lebhaften Schülers , der sich nur schwer im Zaum halten kann, verdiente volle Anerkennung.”

MeinLeben1957

MeinLeben1961

Die frühe Jugend: Wir zogen um in ein schönes Haus am Ortsrand von Erlangen, ich wurde nach vier Jahren Grundschule  im Humanistischen Gymnasium Erlangen eingeschult, das war 1966. Wir Schüler waren eine Mischung aus Kindern mittlerer und gehobener Familien, die Lehrer eine Mischung aus jungen, netten Pädagogen, Fachidioten, Sadisten und übriggebliebenen Zucht-und-Ordnung-Nazis. So schlitterten wir alle miteinander fröhlich auf das Schicksalsjahr 1968 zu. Ich wollte friedlicher Revolutionär werden und alles auf dieser Welt ändern, vor allem mich selbst. Ich drehte eineinhalb Ehrenrunden und verliess dann diesen Ort des Grauens, des Kummers und der Demütigung vorzeitig.

Die späte Jugend: Mein Interesse an der Schule war nach diesem Ausflug in die Welt der Bildung nahe Null. Um nicht vorzeitig als Mofaschrauber zu enden, quälte ich mich durch die Fachoberschule Technik. Es gab nur drei wirkliche Interessen in meinem damaligen Leben: Motoren, Musik und Mädchen. Mit 18 konnte ich mit verbunden Augen den Motor meiner BMW R 25/3 zerlegen (und wieder zusammensetzen) und ganz brauchbar Cat-Stevens-Songs auf der Gitarre zupfen. Ich begann eigene Songs zu schreiben, denn ich wollte nun Liedermacher werden (oder, falls das schief gehen sollte, Gitarrenbauer).

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Vaterlandsdienst: Dann rief der Deutsche Staat nach mir, das war 1975. Da revolutionäre Liedermacher meist Pazifisten sind, verweigerte ich den Dienst an der Waffe und wurde zunächst Lkw-Tankwart, bis ich meine Ersatzdienststelle antreten konnte. Erst war ich ein paar Monate in Bayreuth, dann ein wunderbares Jahr in Karlsruhe, in einem Heim für jugendliche Strafentlassene. Hier lernte ich vieles, was mir vorher im Leben gefehlt hatte. Nach Abschluss meines Ersatzdienstes wusste ich, was ich werden wollte: nicht Sozialpädagoge, nicht Psychologe, nein - ein Ingenieursgenie!

Hochschulzeit: Ich schrieb mich 1976 an der FH Karlsruhe für Maschinenbau ein und suchte mir gleich mein erstes Halbjahres-Praktikum in Berlin. Die Firma König fertigte dort Außenbord-Zweitakt -Motoren, die Weltmeister in sämtlichen Bootsklassen waren und ausserdem in Solo- und Gespannmotorräder eingebaut wurden. Meine ganze Welt drehte sich nun plötzlich wieder um Technik. Ich war sechs Monate dort, und fast wäre ich für immer dort geblieben, so schön war es in Berlin.

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Etwas erwacht: Zurück in Karlsruhe studierte ich brav und erfolgreich. Die Technik war mein Zuhause, zwischen Motoren und Formeln fühlte ich mich wohl. Aber zu dieser Zeit wiedererwachte auch etwas in mir: Das Bedürfnis, meine Gedanken niederzuschreiben. Aber anstatt weiter an Liedertexten zu feilen, begann ich eine Geschichte aufzuschreiben, die mir im Kopf herumgeisterte. Daneben absolvierte ich mein zweites Maschinenbau-Praktikum bei der Firma Bruker-Meerestechnik und hatte so das erste Mal Kontakt mit der Taucherei. Ich wohnte noch ein paarmal einige Monate in Berlin und spezialisierte mich allmählich auf die Tieftauchtechnik für die Off-Shore-Industrie.

1981, Das Jahr der Überschläge: Ich schloss mein Studium recht erfolgreich ab, arbeitete zur selben Zeit bereits seit ein paar Monaten als Ingenieur in der Tieftauchtechnik und hatte zu meinem eigenen Erstaunen einen ersten Roman fertig geschrieben, der kurz darauf bei Beltz & Gelberg unter dem Titel “Von einem Traum zum anderen “ erschien. Ich war also nun Maschinenbauingenieur und überlegte, ob ich nicht lieber Schriftsteller werden sollte. Im Trubel der Ereignisse nahm ich mein bisher Verdientes und flog nach Nordamerika, dem Land meiner Kinderträume, um sechs Monate dort herumzureisen und in meinem 69er Straßenkreuzer zu leben.

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Die Zeit der Beruhigung: Danach arbeitete ich wieder als Ingenieur in meiner alten Firma, aber die Schreiberei ließ mich nun nicht mehr los. Also verband ich Schreiben und Technik und begann ein Volontariat bei der Motor Presse in Stuttgart. Es erschien mein zweites Buch “Es gibt hier nur zwei Richtungen - Mister!”, ein Amerikaroman. Ich wurde Redakteur bei der neugegründeten Zeitschrift Motor Klassik. 1983 schrieb ich, als Reaktion auf das kommende ‘Orwell-Jahr’ 1984 und unter dem Eindruck ständig wachsender Computermächtigkeit, einen Roman, der erst 14 Jahre später, nach vielfacher Überarbeitung, unter dem Titel ‘Version 5 Punkt 12’ erschien.  In Stuttgart  traf ich auch meine alte Freundin Sigrid aus Erlangen wieder. Wir lebten in Stuttgart zusammen und fuhren dann, als klar wurde, dass Sigrid als angehende bayerische Lehrerin ohnehin nicht im Schwäbischen bleiben konnte, noch einmal zusammen für sechs Monate nach Nordamerika. Wieder lebten wir im Auto, diesmal in einem Chevy-Van. Dort entstand “Groß am Himmel”.

Familiengründung: Im unterfränkischen Laufach bei Aschaffenburg fanden wir 1986 unsere neue Heimat. Ich nahm das Technikressort der Motor Klassik als Freier Journalist mit, auch wenn ich mich mehr und mehr als Schriftsteller fühlte. Mein Pseudonym für die Oldtimerfreunde ist ‘Knaudel’, ich gewann viele Freunde unter den Lesern unserer Zeitschrift. Angeregt durch die dörfliche Ruhe mit all ihren Geheimnissen und geheimen Sprengfallen und als Kombination aus zwei alten Romanideen entstand: “Überall zu Hause, nirgendwo daheim”. Wir mieteten ein Haus, wir heirateten. Ach ja - langsam wurde es unübersehbar: meine einstmals imposante Mähne wich langsam einer Glatze!

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1990 wurde unsere Tochter Alice geboren, 1994 unser Sohn Tim. Wir bauten ein eigenes Haus und zogen 1993 ein. Seit 1997 arbeitete ich praktisch nur noch als Freier Schriftsteller. Es erschienen mehrere Bücher. (s. BÜCHER). Die Kinder wurden älter, ich auch. Ich spielte den Hausmann baute am Haus, was nie fertig zu werden scheint, und schob - wie immer - Projekte im Kopf hin und her. Langsam reifte ein Roman für Erwachsene. 2003 reiste ich auf Einladung des Goethe-Instituts Beirut in den Libanon.
2005 erschien ‘Perfekt Geklont’ und ich wurde 50 - richtig alt, was? 2006 erscheint “Jenny die Mauer und die Liebe’. Der Erwachsenenroman ist fertig, leider will ihn bisher keiner drucken.
 

2006 brachte ein wenig Abwechslung in mein Leben, ich wurde schwer krank und wäre fast abgetreten. Aber, gute Nachricht: I’m still standing!
Die Midlifecrisis fordert ihren Tribut. Über 50 brauchst du einfach wieder ein bisschen “easy riding”.
2007 schrieb ich den ‘Nachtläufer’, ein Buch, das meine Besorgnis über unsere Erde wiederspiegelt.
Außerdem schrieb ich die Texte zu einem Kindermusical ‘Kinder an die Macht’, was hier bei uns aufgeführt wurde und habe nun, 2008, meinen zweiten großen Roman für Erwachsene begonnen.

Harley1

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Und sonst? Ich lebe, schreibe, zweifle, denke und  frage mich gelegentlich, ob ich nicht doch besser Papst hätte werden sollen

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Weiteres geheimes und bisher aus gutem Grunde nie veröffentlichtes Bildmaterial. Hier!